„Live Love Lust“ von Erika Lust

Der Film „Live Love Lust“ von Erika Lust ist eigentlich eine Dokumentation ohne Dialoge, die man aus Pornos sonst so kennt.

Es ist ein Film der von einer Frau für Frauen gedreht wurde.

Life: In der ersten Geschichte verführt eine Kellnerin ihren Freund der auch in dem Restaurant arbeitet nach Dienstschluss an seinem Geburtstag in der Küche.

Love: In der zweiten Geschichte verführt eine verheiratete vierzigjährige Geschäftsfrau einen jungen Mann zu erotischen Treffen in einem Hotel.

Lust: Lola verwöhnt mit ihrem ganzen Körper mit sinnlichen Körpermassagen einsame und schüchterne Frauen und verschafft ihnen lustvolle Höhepunkte.

Die drei Geschichten wurden ohne die üblichen Nahaufnahmen gefilmt, hier beschränkt sich die Kameraführung auf eine diskrete Sichtweise, die eher an die heimlichen und distanzvollen Beobachtungen eines Voyeurs erinnern. Bevor man so richtig in Fahrt kommt, ist der Film auch schon vorbei. In den 60 Minuten, die sich nur wie eine halbe Stunde anfühlen, werden die Geschichten zwar sehr erotischen aber doch viel zu schnell und zu distanziert für meinen Geschmack abgedreht. Möglicherweise ist der Grund für die Distanz und Diskretion mit der die Sexszenen gedreht werden ein respektvollerer Umgang mit den Darstellern, aber obwohl sicherlich künstlerisch wertvoller, verfehlt er dennoch das Ziel eines wirklichen Pornos „anzumachen“.