„Club der Lust" von Portia Da Costa erschienen 2006 beim Rowohlt Verlag

Zwei Schwestern, eine Drag Queen und ein Club der es in sich hat, sind die Zutaten für den „Club der Lust" von Portia Da Costa.

Die Journalistin Natalie wird von ihrer Schwester mit einer interessanten Story von London in die Provinz gelockt.
Schon auf der Zugfahrt kommt es zu einer aufregend erotischen Begegnung mit einem Fremden, der noch eine besondere Bedeutung für sie bekommen wird.
In der Stadt führt die Drag Queen Stella einen Club der für Eingeweihte als Treffpunkt lustvoller Exzesse bekannt ist und indem sie ihre erotischen Wünsche nach Dominanz und Unterwerfung ausleben können.
Natalie verstickt sich im Laufe ihrer Recherche immer mehr in die dunklen Kreise diese Clubs und entdeckt sowohl die dominante als auch die devote Seite ihrer Lust.
Der Autorin gelingt es die gesteigerte Lust des „vermeintlichen Opfers" einer stark von Dominanz und Unterwerfung geprägten„Gang Bang" Szene ebenso empfindsam und ausdrucksvoll zu beschreiben, wie die ersten homoerotischen Erlebnisse eines Mannes.
Diese Szene macht einfach an, sie schildert sanft und hocherotisch wie ein Mann zum ersten Mal zulässt, wie er von einem Mann genommen wird.
Also wenn man einmal von der ehr konstruierten Rahmenhandlung absieht, lassen einen die erotischen Szenen in eine spielfreudige aufregend andere Welt lustvoll eintauchen.
Erotische Literatur bei der die Geschlechtergrenzen verschwinden und Grenzen nur noch dazu da sind überschritten zu werden.

„Die Kunst der Unterwerfung“ von Lilli Ford erschienen 2011 beim Rowohlt Verlag

Joy muss ihrem Chef dringend einen guten Künstler für seine Galerie präsentieren um ihren Job nicht zu verlieren. Der dominante Ash ist nicht nur ein begnadeter Fotograf und Bildhauer, sondern auch sehr attraktiv und auf erotische Bondage-Motive spezialisiert.

Der Künstler willigt darauf ein in ihrer Galerie auszustellen, allerdings knüpft er daran eine Bedingung:
Joy soll ihm Modell stehen.
Ich lese ja wirklich beruflich viel erotische Literatur, aber dieses Buch mit dem für mich ehr nüchternen Titel hat es in sich.
Der Autorin gelingt es den Leser im wahrsten Sinne des Wortes lustvoll zu fesseln.
Man wird regelrecht gefangen von der Intensität der Begierde, die beide Hauptfiguren füreinander empfinden. So begehrt zu werden, mit einer solchen Ausschließlichkeit und Unausweichlichkeit, dass wünscht sich wohl jeder.
Ein Begehren, das die Realität ausschaltet und für die Hauptfigur die sexuelle Erfüllung in einer für sie neuen Welt des Lustschmerzes bedeutet.
Zwei die sich gesucht und gefunden haben, selten wurde das Thema Dominanz und Unterwerfung so lustvoll in Szene gesetzt.
Die Handlung selbst ähnelt mal wieder einem Liebesroman, indem sich natürlich am Ende die Liebenden in die Arme schließen bzw. sich hier ehr ihrer Lust aneinander hingeben.
Also wenn man von der banalen Rahmenhandlung absieht, ist der erotische Roman von Lilli Ford nicht nur für BDSM oder Bondage-Fans ein kleiner Leckerbissen.

 

„Noras Erziehung" von Monica Belle erschienen 2010 beim Rowohlt Verlag

Die Studentin Nora will in die Politik und beginnt ihr Studium an der Eliteuniversität Oxford.

Auf der Suche nach dem richtigen Mann dafür an ihrer Seite geht sie nicht nur dem ehrgeizigen Jurastudenten Stephen eine zweckmäßige Verbindung ein, sondern beginnt auch mit dem unkonventionellen Dozenten Dr. McLean und der Studentin Violet eine leidenschaftliche Affäre.

Eine von Dominanz und Unterwerfung geprägte Ménage á trois, die ihrer zukünftigen Karriere als Politikerin zunehmend gefährdet.
Für echte BDSM-Anhänger oder SM´ler sicherlich eine Enttäuschung, die Erziehung von Nora lässt mehr als 200 Seiten auf sich warten und beschränkt sich danach auch nur auf das banale „Poversohlen".
Für Freunde von erotischer Literatur aber dennoch eine sehr anregende Lektüre, wenn man sich nicht an den eher einfacher gestrickten Spontansexszenen und den etwas übertriebenen voyeuristischen Ambitionen der Hautfigur stört.