„Vögelbar" von Kim Shatner erschienen 2010 bei Blue Panther Books

Einen außergewöhnlichen Ort zu schaffen an dem man einfach zur Sache kommen kann, ohne lange schön Wetter machen zu müssen. Das ist der Antrieb einer kleinen Gruppe von sexuell experimentierfreudigen Yuppies.

Innerhalb kurzer Zeit scharren sie eine Gruppe gut situierter Männer und Frauen um sich und eröffnen einen exklusiven Club in dem sie ihre wildesten Phantasien verwirklichen.
Hier ist allerdings nicht von einer Bar die Rede in die jeder x-Beliebige hineingehen kann um spontan Sex zu haben, da ist die Kurzbeschreibung leider etwas irreführend. Geschaffen wird hier ein exklusiver Club für eine vorher als würdig erwiesene Gruppe an Personen.
Soviel zum Inhalt, das Buch macht an keine Frage!

Mir ist es manchmal einfach etwas zu platt und plakativ beschrieben. Einer der männlichen Hauptfiguren „Vögelt alles was nicht schnell genug auf den Baum kommt" auch ohne eine spezielle Lokalität hierfür zu brauchen. Die Frauenfiguren sind entweder sexuell unerfüllt und warten nur auf ihre Erweckung aus dem Dornröschenschlaf oder sie sind tabulos und immer willig zu jeder Art von spontaner sexueller Betätigung. Hier hat man manchmal das Gefühl, dass das Buch ehr von einem Mann geschrieben wurde als von einer Frau.
Für Leser die einfach mal nur durch ein Buch erotisch angeregt werden möchten genau das Richtige, Liebhaber etwas anspruchvollerer erotischer Literatur kommen hier sicherlich nicht auf ihre Kosten.

 

„Ich trage Striemen wie andere Frauen ihren Ehering" von Eva B. erschienen 2009 beim rororo Verlag

"Ich trage Striemen wie andere Frauen ihren Ehering" ist eine unter dem Pseudonym Eva B. veröffentlichte autobiographische Geschichte einer Masochistin.

Eva B. lernt erst spät im Leben ihre masochistische Veranlagung zu akzeptieren und auch auszuleben.
Auf der Suche nach einem Partner, der nicht nur ihr Gebieter sondern auch ihr Lebenspartner ist, trifft Eva B. auf „W".
Mit ihm erfüllt sich der Traum von einer glücklichen und erfüllten Beziehung, in der nach und nach sowohl die „Frau" als auch die „Sklavin" ihre Heimat findet.

Eva B. stellt sich gemeinsam mit „W" den Ängsten und Herausforderungen auf dem langen Weg dahin.
Etwas zwiespältig ist meine Meinung zu diesem Buch. Sicherlich gibt die Autorin einen guten Einblick in die Gefühlswelt einer Masochistin, die im normalen Leben auch eine Mutter von 3 Kindern, eine erfolgreiche Sozialpädagogin und Fachbuchautorin ist.
Allerdings wirken die Gespräche zwischen „W" und Eva B. extrem fachpädagogisch und so ausgefeilt, wie sie wohl nur eine Sozialpädagogin führen kann.
So reflektiert und wohlüberlegt sprechen sicherlich nicht viele Paare miteinander, so dass das Buch manchmal etwas „oberlehrerhaft" daher kommt.
Auch wiederholen sich die vielen Spiel- und Sexszenen ohne größere Variationen, so dass es manchmal etwas ermüdend ist sie zu lesen.
Alles in allem ein guter Einblick in das Leben einer Masochistin und den doch oft auch schwierigen Weg mit „W" Partnerschaft und Veranlagung innerhalb einer Beziehung zu vereinbaren.

"Die Fermate" von Nicholson Baker erschienen 2011 beim rowolth Verlag

Dieses Buch habe ich auf Empfehlung eines Freundes gelesen.

Arno Strine ist ein unscheinbarer Zeitarbeiter, der Schreibarbeiten für Unternehmen erledigt.
Er hat aber die unglaubliche Gabe nur mit einem Fingerschnippen die Zeit anhalten zu können.
Für ihn ist es „was Sexuelles", er zieht Frauen aus betrachtet und berührt sie und erregt sich an Ihnen bis zum Höhepunkt, ohne jedoch weiterzugehen.
Es entstehen Momente von unglaublicher Intimität und Intensität mit einer großen Dosis Humor.
Ein Buch was erregt, berührt und einen zum Lachen bringt zugleich.
Man stellt sich die Frage, was würde man selbst machen, wenn man diese Fähigkeit hätte.
Eine Bank ausrauben, sich an Menschen rächen die einen schikanieren oder völlig Fremde berühren vielleicht ihr Leben ausspionieren?
Die Geschichte von Arne Strine ist sicherlich hoch pornografisch, besonders in den Kapiteln in denen er sich als Autor erotischer Kurzgeschichten versucht, aber es ist weit mehr als das.
Erotik mit Humor und Anspruch zu verbinden gelingt nur den Wenigsten, Nicholson Baker ist es meiner Meinung nach mehr als gelungen.
Ein Buch was man erst aus der Hand legt, wenn man es auslesen hat und dann mit einem leichten Bedauern.
Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt „ Ein Hinreissendens Buch"