VIBRATOR - GESCHICHTE DES VIBRATORS

Entwickelt wurde der Vibrator als medizinisches Gerät zur Behandlung der sog. „weiblichen Hysterie Ende des 19. Jahrhunderts.

Ziel war dem behandelnden Arzt, der zuvor recht mühsam mit einem einfachen Dildo oder „Massagestab“ bei der erkrankten Frau den „hysterischen Paroxsysmus“ einen Orgasmus herbeiführte. Ziel war es die Frau zu beruhigen und somit die Hysterie erfolgreich zu behandeln.
Der Vibrator war eine Weiterentwicklung des Dildos, welcher bereits schon zur Behandlung der „weiblichen Hysterie“ eingesetzt wurde.
Die weibliche Hysterie galt nach den damaligen Vorstellungen als eine physische Erkrankung der Gebärmutter, die erkrankte Frauen zu einem seltsamen „hysterischen “ Verhalten zwang. Unverheirateten Frauen die an der „weiblichen Hysterie“ erkrankten, riet man außerdem sich zu verheiraten.

Andere damals angewendete Behandlungsmethoden der „weiblichen Hysterie“ waren die von John Harvey Kellogg in einigen Badeorten angewendeten Wasserstrahltherapie, der sog. „Hydrotherapie“ oder der Einsatz des von dem Arzt Georg Taylor im Jahre 1869 in den USA entwickelten dampfbetriebenen Gerätes, der „Manipulator“.

Dieser war allerdings sehr groß und unhandlich, so dass er nur von Ärzten in ihren Praxen angewendet werde konnte.
Erst 1883 erfand Joseph Mortemir Granville den ersten elektromechanischen Vibrator, den „Percuteur“. Dieser war ursprünglich für die Massage von Männern entwickelt worden, wurde aber wegen seiner einfachen Bedienung und verhältnismäßig geringen Größe später immer mehr für die Behandlung weiblichen Patienten eingesetzt.
Um 1900 als die Elektrizität Einzug in die Haushalt hielt, wurde der Vibrator endlich mit Leben aus der Steckdose gefüllt. Zu diesem Zeitpunkt gab es sowohl Vibratoren, die für die medizinische Anwendung, als auch für die Anwendung Zuhause genutzt wurden.
Nach und nach setzte sich die Erkenntnis durch, dass die „weibliche Hysterie“ eine psychische und keine körperliche Erkrankung ist, die mit Hilfe der Psychoanalyse behandelt werden konnte. Infolgedessen verschwanden die Vibratoren aus den Arztpraxen.
Lange Zeit noch wurde der Vibrator als medizinisches oder hauswirtschaftliches Gerät getarnt vertrieben.
Nach der Werbung um 1920 sollte er Verspannungen lösen, der Hysterie vorbeugen und die Jugend und Schönheit der Frauen erhalten. 
So wurde der Vibrator lange Zeit als Gerät zur Hautpflege, Hygiene oder Regulierung der Menstruation vertrieben.
Mit den erotischen Kinos in den 50iger Jahren trat die sexuelle Anwendung der Vibratoren, durch ihre anschauliche Verwendung in Sexfilmen, stärker in das Bewusstsein und wurde infolgedessen in der Gesellschaft als anrüchig empfunden.
Erst mit den gesellschaftlichen Veränderungen der sexuellen Revolution der 68iger Generation endete die sexuelle Verklemmtheit.
Die Frauen emanzipierten sich und ihre weibliche Lust und der Besitz von Sexspielzeug wie einem Vibrator wurde nicht mehr als anrüchig empfunden. 
Heute gibt es Vibratoren für die verschiedensten Anwendungsgebiete oder speziellen Körperstellen. Heute kann man vom blattförmigen Auflagevibrator über den speziellen G-Punkt-Vibrator bis hin zu wasserdichten Vibratoren für Unterwassernutzung alles im Handel erwerben.
Nach den aktuellen Statistiken soll jede dritte Frau einen Dildo oder Vibrator besitzen.