BURLESQUE

Die Wiederbelebung einer alten erotisch aufreizenden Showform dem Burlesque, ist in einer neuen Form dem sogenannten Neo- oder New-Burlesque auch in Europa angekommen.

Spätestens seit Christina Aguilera als Burlesque-Tänzerin im Film "Burlesque" zu sehen war, können sich die Tanzschulen vor Nachfragen nach Burlesque-Kursen nicht mehr retten, eigens für Pole Dance, Gogo Dance und Burlesque Dance gegründete Tanzstudios schießen allerorts aus dem Boden und erste Burlesque-Bars eröffnen auch in Europa ihre Pforten.

Aber was genau ist „Burlesque" eigentlich und woher stammt den diese Art der kommerziellen Unterhaltung?

Unter Burlesque verstand man dem Ursprung nach eine humorvolle theatralische Darstellung, die mit parodierenden und grotesken Elementen versehen war. Der Begriff „Burlesque" leitet sich vom italienischen Wort burla für „Schabernack" ab.

Die aus dem italienischen Burlesca des 17. Jahrhunderts stammende parodistische Darstellung, bei der bestimmte, aktuelle Themen oder Personen parodiert und veralbert wurden, verbreitete sich von Italien aus über ganz Europa. Beim Burlesque entkleiden sich die Tänzerinnen nicht vollständig, sondern erledigen sich nach und nach nur gewisser Kleidungsstücke, wobei am Ende das Höschen immer anbehalten wird und die Brustwarzen mit sogenannten Pasties bedeckt bleiben.

Auch die Verbindung des angedeuteten Strips mit Tanz mit Gesang ist je nach den Fähigkeiten der jeweiligen Darstellerin möglich. Bei den späteren britischen Ursprüngen des Burlesque des 19. Jahrhundert entwickelte sich der erotisch aufreizende Tanz aus grob-komischen Theaterstücken in London. Dabei entwickelte sich die Burlesque Show aus einer britischen Version der Pantomime. Sie wurde zu einem Symbol der Populärkultur von Arbeitern, die sich mit groben parodistischen Einlagen gegen die aristokratische Hochkultur richtete.

In der zweiten Hälfe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in Amerika die US-Burlesque aus britischen und französischen Travestie-Shows, wo Frauen in Hosen auftraten. Das wurde in einer Zeit in der Frauen im Alltag nahezu ausschließlich Röcke oder Kleider trugen, als völlig aufreizend empfunden.

Die moderne Burlesque als richtige Bühnenshow entstand nach Vorbildern aus den großen Pariser Varietes, wie dem Moulin Rouge und Folies Bergére, die von den Ziegfeld Follies am Anfang des 20. Jahrhunderts imitiert wurden.

Ihre Popularität erlangte die Burlesque als preiswerte erotische Unterhaltung durch die Wanderzirkusse, in deren Rahmenprogramm sich innerhalb der Burlesque Show ein hübsches Mädchen auszog, kombiniert mit Glamour und Amüsement und den Einlagen bekannter Komiker.

Mit der sogenannten Minsky Burlesque entwickelte sich die Burlesque als eigenständiges Genre in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg in New York. Die berühmte Burlesque Show war eng mit den Namen der Brüder Abe, Billy und Herbert Minsky (Minsky´s Burlesque) verbunden.

Von 1912-1937 wurde diese Art von Burlesque Show in einer Reihe von Unterhaltungsclubs zur Unterhaltung von Einwanderer aus einfachen Verhältnissen aufgeführt. So unterhielten die Minsky Brüder 1931 sogar am Broadway mit dem New Victory Theatre eine Spielstätte ihrer berühmten Burlesque Shows.

Heute kann man in dem Film „Die Nacht, als Minsky aufflog –The Night They Raided Minsky´s" von 1968 über die angebliche Erfindung des Striptease im Jahr 1925 einen Eindruck der alten Form einer Burlesque-Show bekommen.

Danach existierte die Burlesque in den verschiedensten Formen weiter und versuchte sich an die modernen Erscheinungen der Pin-Up Kultur der 1950er Jahre anzupassen.

Die sexuelle Revolution der 1960er Jahre mit ihrer Frauenbewegung und der verstärkten Verbreitung von Pornographie beendeten die Ära des Burlesque. Erst seit den 1990er Jahren erfährt die Burlesque mit einer aufgefrischten Auslegung dem sogenannten Neo Burlesque oder New Burlesque eine Wiederbelebung. Eine der aktuell bekanntesten Vertreterin ist die Burlesque-Tänzerin Dita von Teese.