DILDO - GESCHICHTE DES DILDOS

Schon seit Jahrtausenden werden Dildos von Frauen mittels handwerklichem Geschick als Masturbationshilfe gefertigt oder man griff einfach auf naheliegende Gegenstände aus dem häuslichen Umfeld zurück um sich Lust zu bereiten.

Der älteste bekannte Dildo stammt aus der Altsteinzeit. Das 28.000 Jahre alte 20 cm lange und 3 cm dicke aus Stein gefertigte Phallussymbol weist zahlreiche Verziehrungen auf.
Aus Ägypten sind aus Papyrus gefertigte Tüten-Dildos bekannt (3. Jahrhundert), die sich Frauen mit Ameisen oder Fliegen gefüllt einführten um sich vom Kribbeln und Krabbeln stimulieren zu lassen.
Aus dem antiken Griechenland um 500 v. Christus sind aus Holz gefertigte und mit lederüberzogene Dildos (Lustbringer oder auch „Olisbos“) bekannt, die sogar auf den üblichen Handelswegen ins Ausland verschifft wurden.
In machen Gegenden Griechenlands wurden die „Olisbos“ aus Ton oder Glas gefertigt und mit heißer Eselsmilch gefüllt um den Frauen Lust zu bereiten.
In Afrika nutzen die Frauen meist Holz-Dildos, während in Polynesien unreife Bananen zu Masturbation genutzt wurden.
In Japan oder den vorderen Orient wurden elastische Früchte oder Pilze als Dildos, die durch die Feuchtigkeit in der Scheide nach dem Einführen anschwollen.
In China wurden filigrane Dildos aus Elfenbein oder Jade zur Selbstbefriedigung der Frau gefertigt
So war das Nutzen eines Dildos zur Selbstbefriedigung in fast allen Kulturen nichts verwerfliches und selbstverständlich in den Alltag integriert.
Erst im Mittelalter wandten sich Kirchenvertreter gegen das populäre Instrument und verurteilten seine Benutzung als Sünde.

Der starke Einfluss der Kirche hielt sich noch bis ins 18. Jahrhundert und verlief parallel mit der damals üblichen adeligen Prachtentfaltung und den damit einhergehenden sexuellen Ausschweifungen.
Zahlreiche Belege aus dieser Zeit zeigen aber, dass sich die Frauen nicht nur bei Hofe weiterhin der Masturbation mit Dildos frönten.
Im späten 18. Jahrhundert führte der Einfluss der Kirche zu extremen strafrechtlichen Auswüchsen. 1720 führte die Entdeckung ihres ledernen Dildos zur Strafverfolgung der
sich als Mann ausgebenden Catharina Margaretha Linck, die 1721 hingerichtet wurde.
Im 19. Jahrhundert setzte sich mit den Moralvorstellungen des kaiserlichen Deutschlands und puritanen Englands ein Konzept von Sexualität durch, das auf eine Kontrolle der Triebe zielte und den Frauen ihre sexuelle Selbstbestimmung absprach.
Erst im beginnenden 20. Jahrhundert, setzte der Dildo sich zur medizinischen Behandlung der häufig bei Frauen diagnostizierten Krankheit Hysterie mittels Genitalmassage durch.
Ziel war es einen „hysterischen Paroxysmus“ – einen Orgasmus hervorzurufen.
Die Auffassung, dass Hysterie die Folge von sexueller Unerfülltheit sein, hielt sich bis weit ins 20. Jahrhundert. Ärzte beklagten sich bald über die kraftaufwendige und langwierige Handhabung der sog. „Massage-Stäbe“ und forderten mehr Komfort bei der Anwendung.
Mit der Behandlung der Hysterie durch die Psychoanalyse verschwanden die Dildos aus den Arztpraxen.
Später bahnten sich die inzwischen aus Gummi oder Kautschuk gefertigten Dildos unter dem „Deckmantel“ der Gesundheitsförderung wieder ihren Weg in die privaten Haushalte.

Mit den erotischen Kinos in den 50iger Jahren trat die sexuelle Anwendung der Dildos, durch ihre anschauliche Verwendung in Sexfilmen, stärker in das Bewusstsein und wurde infolgedessen in der Gesellschaft als anrüchig empfunden.

Erst mit der sexuellen Revolution der 68iger Generation endete die sexuelle Verklemmtheit.

So wurde 1966 der erste batterieberiebene Dildo (nach heutigem Verständnis ein Vibrator patentiert.
Die ersten Sexshops entstanden in den 1970iger Jahren in Amerika.
Selbstbewusste Frauen entwarfen passformbeständige Dildos in den unterschiedlichsten Formen und Farben aus Kunststoff und Silikon.
Die industrielle Produktion von Dildos setzte ein und führte dazu, dass der Dildo heute  für jede Frau erschwinglich ist.  
Heute soll nach den aktuellen Statistiken jede dritte Frau einen Dildo oder Vibrator besitzen.