Was uns anmacht und ob wir darüber reden!

Mal Hand aufs Herz kennt ihr Partner bzw. ihre Partnerin ihre sexuellen Phantasien, weiß er oder sie wirklich was Sie anmacht und erregt?

Die meisten haben Angst mit ihren Partnern über ihre sexuellen Wünsche und Phantasien zu sprechen, weil sie befürchten, dass sie verurteilt, belacht oder im schlimmsten Fall sogar lebenslang geächtet werden. Viel zu groß ist die Angst nicht mehr vom Partner geliebt zu werden, das er sich vor einem ekelt oder das man als pervers dargestellt wird. Da hält man doch lieber den Mund als ein Risiko einzugehen oder?

Die ablehnenden Reaktionen auf die zaghaften Versuche in der Vergangenheit sie in erotischere Dessous zu stecken oder ihn von den Vorteilen eines spannenden Rollenspiels zu überzeugen, führen bei den meisten der Harmonie willen zu einem lebenslangen Schweigen. Dagegen ist ja auch nichts zu sagen, wenn man damit zufrieden und glücklich ist. Das sind die meisten aber nicht, sie schaffen sich eine Parallelwelt in der sie ihre sexuellen Wünsche und Phantasien ausleben, sie haben Affären, besuchen Bordelle oder surfen auf entsprechenden Plattformen im Netz oder konsumieren erotische Medien.

Meist sind es die Männer, die ihre unterdrückten Phantasien ohne ihre Frauen außerhalb der Beziehung ausleben und dazu gehört auch sich beim Porno mit der eigenen Lieblingsphantasie selbst zu befriedigen. Die meisten Frauen, wissen davon aber sprechen nicht darüber, weil sie froh sind mit solchen Perversitäten von ihren Partnern in Ruhe gelassen zu werden. Das gemeinsame Sexualleben beschränkt sich, wenn es überhaupt noch stattfindet, auf das gesellschaftlich anerkannte 08/15 Verfahren, Sex wird zur Pflichtnummer.

Sicherlich ist es schwer nach vielen Jahren in der Partnerschaft ganz plötzlich die seit Jahren oder sogar Jahrzehnten gehegten Phantasien zu gestehen, viele schaffen dass nicht. Am Enden wird dann die Partnerschaft oder Ehe auch aus vielen anderen Gründen, als nur dem „Fremdgehen“ beendet. und erst in der neuen Partnerschaft wird von Anfang an bezüglich der eigenen sexuellen Wünsche und Phantasien kein Blatt mehr vor den Munde genommen. Hier geht es ja nicht darum alles gut zu finden, was den Partner anmacht, sondern es einfach mal auszuprobieren.

Als kleines Kind haben wir oft bei neuen Gerichte von unsern Eltern gesagt bekommen „Du musst es nicht aufessen, aber probieren“.
In der Sexualität ist es auch nicht anders, nicht alle Phantasien kann man mit Begeisterung teilen, aber hier geht es ja auch nicht darum alles gut zu finden, was der Partner mag. Schließlich hat man ja auch beim Essen nicht den identischen Geschmack, aber deshalb kann ja dennoch mal gemeinsam dänische oder indische Küche ausprobieren. Eine gemeinsame Schnittmenge bleibt nach dem Ausprobieren vieler neuer sexueller Erfahrungen am Ende immer übrig und damit hat man auf jeden Fall gewonnen. Sich selbst und den Partner wieder neu kennen zulernen und zu erfahren, kann damit zu einer bereichernden spannenden Erfahrung werden, die wieder das „Salz in die Suppe bringt“.

Google+ Autorin Claudia Sehl