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Wenn die Frau zum Muttertier mutiert

Eine Partnerschaft zu leben ist sicher nicht immer einfach, besonders schwierig wird es für das Paar, wenn Kinder ins Spiel kommen.

Sicherlich wird in den meisten Fällen die Entscheidung für Kinder gemeinsam getroffen, aber über die wirklichen Konsequenzen und das Ausmaß der Veränderung sind sich die meisten Paare nicht bewusst. Bitte verstehen Sie mich jetzt nicht falsch, dass hier ist kein Plädoyer für ein Leben ohne Kinder, weil es risikofreier für die Beziehung ist. Ich verstehe aber warum immer mehr Männer sich weigern eine Familie zu gründen, sie haben nicht nur Angst vor der Verantwortung, sondern auch dabei ihre Partnerin als „Lebensgefährtin“ zu verlieren. Sie wollen teilhaben, weiterhin geliebt, begehrt und gebraucht werden und nicht zum Zuschauer aus der dritten Reihe degradiert sein, der gerade mal gut genug ist das Geld nach Hause zu bringen.

Mutter zu sein verändert einige Frauen so sehr, dass sie sich von einer spontanen, erotischen und vielseitig interessierten Frau zu einem regelrechten Muttertier entwickeln dessen einziges Interesse nur noch den Kindern gilt. Das die Spontanität mit Kindern nicht so einfach ist, wird gewiss keiner bestreiten, aber auch mit kleinen Kindern kann man sich Zeit für die Partnerschaft nehmen. Zeit alleine ohne die Kinder zu verbringen, einfach mal nur Paar sein „nicht nur die Mama und der Papa“, ist so wichtig für eine funktionierende Beziehung. Gemeinsame Abende ohne Kinder sollten regelmäßig stattfinden, wie auch mal eine gemeinsames kinderfreies Wochenende oder auch mal eine kinderfreier Kurzurlaub.

Das alles ist organisierbar und möglich, wenn der Wille dafür vorhanden ist und zwar bei beiden Partnern. Aussagen wie „das können wir wieder machen, wenn die Kinder groß sind“ oder „ich kann das Kind nicht alleine lassen, weil es gerade eine schwierige Phase durchmacht“ oder „nur von mir ins Bett gebracht werden will“ etc. ersticken jegliche Initiative des Mannes im Keim gemeinsame kinderfreie Aktivitäten zu planen. Die Frau macht sich unentbehrlich und gibt häufig dem Mann das Gefühl zu egoistisch zu sein mit Aussagen wie „schließlich bist Du jetzt Vater“ oder „Du willst doch auch das Beste für unser Kind“, wird dem Mann klargemacht, dass er von jetzt an in erster Linie Vater und nicht mehr nur Partner ist. Häufig geht es über lange Zeit gut, der Mann liebt ja schließlich seine Frau und seine Kinder und ist verantwortungsvoll und moralisch, aber wie lange?

Die Männer warten geduldig in dritter Reihe wenden sich der Karriere oder Hobby zu und hoffen, dass es irgendwann schon wieder besser wird.
Viele verlieren sich als Partner in dieser Zeit, sie leben in einer erfolgreichen Zweckgemeinschaft, aber ohne wirklich noch zu wissen was den anderen bewegt, welche Träume, Phantasien oder Wünsche er hat. Der gemeinsame Focus liegt nur noch auf der Kindererziehung und die gemeinsamen Gespräche drehen sich ausschließlich um die Kinder oder die Haushaltsführung. Wie gefährdet ihre Beziehung ist bemerken die meisten Frauen erst, wenn der Partner sich anderen Frauen zuwendet.

Das es hierzu nicht kommen muss, beweisen viele Frauen denen es gelingt trotz der Kinder die Beziehung nicht aus den Augen zu verlieren. Es ist sicherlich viel schwieriger mit Kindern ein lustvoller, aufmerksamer und attraktiver Partner zu bleiben, aber es ist möglich. Die Frage ist einfach ob man es schafft die Prioritäten ausgewogen zu verteilen, dazu gehört in erster Linie der Wille es auch zu tun.

Google+ Autorin Claudia Sehl