LET´S TALK ABOUT Folge 39

Sexuelle Vielfalt - Tabuthema an Schulen

Der Artikel den ich einmal in der Münsterschen Zeitung auf der Titelseite lesen musste hatte mich entsetzt.

Es wurde dem Landtag in Baden Württemberg eine Petition mit 192.000 Unterschriften gegen sexuelle Vielfalt als fächerübergreifenden Unterrichts Bestandteil an Schulen in Baden Württemberg übergeben. Gestartet hatte sie ein Lehrer, der befürchtete, eine „pädagogische, moralische und ideologische Umerziehung“ an den Schulen würde damit Tür und Tor geöffnet.

Weiter Befürchtungen sind „die Thematisierung verschiedener Sexualpraktiken in der Schule als neue Normalität“. Also das würde ja heißen, wenn ich nur über eine allgemein nicht akzeptierte Sexualpraktik nicht rede, wird sie auch nicht praktiziert.

In NRW ist das Thema „sexuelle Vielfalt“ schon seit 1999 an den Schulen Pflicht. Die Praxis sieht allerdings anders aus. Also so viel ist doch nun mal klar Homosexualität kann man weder „Aberziehen“ noch „Anerziehen“. Wenn eine junge Frau oder ein junger Mann eine gleichgeschlechtliche Neigung hat, dann ist das so Punkt! Sexuelle Praktiken werden auch nicht mehr durchgeführt, nur weil mehr darüber geredet wird. Zu glauben, dass unsere Kinder nichts über sexuelle Vielfalt und Praktiken wissen, bloß weil wir als Erwachsene nicht darüber mit Ihnen sprechen, ist ein weiterer Irrglaube. Bei dem Thema „Sexuelle Vielfalt“ als fächerübergreifendes Unterrichtsfach geht es an den Schulen alleine um mehr Akzeptanz anderer sexueller Orientierungen als von vielen auch heute noch als einzige „normale“ und akzeptierte heterosexuelle Ausrichtung. Jugendliche spiegeln doch auch nur das wieder, was sie Zuhause mitbekommen. Solange die meisten Eltern ihre Kinder so erziehen, dass die heterosexuelle Lebenswirklichkeit die einzig wahre ist und homo-, bi- und transsexuelle Menschen „abnormal“ sind, wird sich meiner Meinung nach daran auch nichts ändern.

Es ist als Jugendlicher sowie so schon schwer genug während der Pubertät. Ablehnung und Ausgrenzung sind für jeden Menschen unangenehm, ganz besonders für Jugendliche. Ich erinnere mich noch gut an den Tag an dem ich zum ersten Mal verliebt war, da war ich 12 Jahre alt. Der Mitschüler in den ich mich verliebt hatte, wollte nicht nur nichts von mir wissen, sondern outete mich auch noch vor der ganzen Klasse. Man was habe ich mich damals geschämt. Wie viel schlimmer muss es dann für einen Jugendlichen sein, der sich zum eignen Geschlecht hingezogen oder sich im falschen Geschlecht geboren fühlt.

So passierte an einer Schule im Kreis Warendorf noch 2012 folgender Sachverhalt. Ein junger Mann erklärte sich als homosexuell. In der Folge entbrennt eine Diskussion in der Klasse, ob er nach dem Outing überhaupt noch mit zur Klassenfahrt darf. Ergebnis: Er bleibt Zuhause
So steht es heute mit der vielgesagten Toleranz und Offenheit gegenüber anders sexuell orientierten Menschen in unserer heutigen Gesellschaft.