LET´S TALK ABOUT..... Folge 32

Trauerjahr oder wie lange wir trauern ...

Leider passiert es öfters als man denkt, der Partner verstirbt plötzlich und unerwartet und viel zu früh.

All die gemeinsamen Pläne für das Leben zu zweit sind auf einen Schlag hinfällig.
Zuerst ist der hinterbliebene Partner voll damit beschäftigt die Beerdigung zu planen, Behördengänge zu erledigen und sein Leben völlig neu zu organisieren.
Aber was kommt dann?
Man ist traurig und einsam und der Boden wurde einem gerade unter den Füßen weggerissen, aber Bedürfnisse hat man trotzdem.
Man sehnt sich nach Umarmungen, Berührungen und ja auch nach Sex.
Wann ist man wieder offen für eine neue Beziehung, sicherlich kann das der Einzelnen nur für sich selbst entscheiden.
Aber was sagen die Familie, die Freunde und die Kollegen, wenn man sich entgegen der gesellschaftlichen Norm zu früh wieder einem neuen Partner zuwendet.

Wie lange hat man alleine zu bleiben, ab wann kann man sich wieder mit einem neuen Partner in der Öffentlichkeit zeigen. Da gibt es das sogenannte Trauerjahr, ein Jahr indem alles zum ersten Mal ohne den Partner stattfindet. Der Geburtstag des Verstorbenen, der eigene Geburtstag, Weihnachten, der erste Urlaub alleine etc.
Hier ist sicherlich bei jedem Menschen die Trauer unterschiedlich stark ausgeprägt.
Es gibt Menschen, die ihr Leben lang nie wieder einen neuen Partner an sich heranlassen, so groß ist ihre Trauer.
Besonders jüngeren Menschen wünschen wir doch, dass sie wieder einen Partner finden mit dem sie glücklich sind.
Wie heißt es so schön „Niemand sollte alleine bleiben", aber wie lange soll man damit warten?
Gerade viele Männer können schlecht alleine sein und suchen sich relativ schnell eine neue Lebenspartnerin.
Das Umfeld reagiert dann häufig entrüstet und unterstellt schnell, er habe seine Frau nicht richtig geliebt, sonst würde er angemessen trauern.
Aber was ist ein angemessener Zeitraum? Ein Jahr oder 3 Jahre?
Vielleicht war der geliebte Partner schon lange krank und für den Gesunden war die letzten Jahre keine erfüllende sondern sehr belastendende Zeit.
Die Tochter, der Sohn oder die Freunde sind da schnell, überfordert, da sie in ihrer eignen Trauer um den geliebten Menschen nicht verstehen können, dass der Vater oder die Mutter oder die Freundin so schnell ersetzt werden soll.
Sie alle brauchen ihre Zeit der Trauer und es gehört viel Sensibilität dazu sein Umfeld nicht zu überlasten.
Da ist es manchmal einfach besser den neuen Partner nicht zu präsentieren bis man sich der Beziehung sicher ist und dann langsam den einen oder anderen an einen neuen Partner zu gewöhnen, langsam und behutsam.
Alle wünschen sich das der Hinterbliebene wieder glücklich wird, aber man muss ihnen auch ihre Zeit der Trauer zugestehen.
Vielleicht ist ja doch etwas dran an dem sogenannten Trauerjahr.

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