LET´S TALK ABOUT Folge 21

Manchmal ist es besser wenn man geht

Manchmal stürmen die schlechten Nachrichten nur so reihenweise auf einen ein. Der Mann einer Freundin hat einen Herzinfarkt, eine andere Freundin erkrankt an Brustkrebs, Ehen scheitern und andere Freunde sterben mit Mitte Vierzig an den Folgen eines Herzinfarktes oder an Krebs.

So in der Mitte des Lebens werden wir uns unserer Endlichkeit bewusst, aber was machen wir daraus?
Das Leben mal anzuhalten und den Moment bewusst zu leben und wenn auch nur für einen Augenblick wäre sicherlich ein guter Anfang.
Nicht ausschließlich für andere zu leben sondern auch mal in sich hineinzuhorchen.
Was brauche ich selbst, was will ich eigentlich vom Leben und von meinem Partner, meiner Familie oder meinen Freunden.
Was für eine Sexualität wünsche ich mir, wie viel Nähe und Zärtlichkeit brauche ich und bekomme ich das in meiner Beziehung?
Niemandem steht es auf der Stirn geschrieben was er braucht, da muss man sich natürlich erst mal artikulieren oder es lernen.
Leider hapert es meist schon daran, dass uns der Mut fehlt Bedürfnisse zu benennen oder gar einzufordern.
Da sind wir doch gerne in der Märtyrerrolle und leiden still vor uns hin, aber hier muss sich jeder einmal selbst der Nächste sein.
Das hat nichts mit über Leichen gehendem Egoismus zu tun, sondern mit Selbstschutz und der unbedingten Pflicht, die man sich selbst gegenüber hat um ein erfülltes Leben zu haben.
Das Leben ist einfach zu kurz oder endet unerhofft viel zu früh, um es nicht so zu leben wie es einem individuell gut tut.
Da ist es auch manchmal ehrlicher sich von Menschen oder Jobs zu trennen.
Dazu gehört auch Freundschaften aufzugeben, die einen nur belasten oder Beziehungen zu beenden die einen nicht mehr erfüllen.
Man sollte aufhören Familienmitgliedern gerecht werden zu wollen, die einen niemals wertschätzen wie man es verdient oder es nicht können.
Wir sind alle soziale Wesen welche die Liebe, Anerkennung und Wertschätzung unseres Umfeldes brauchen, die einen Beruf suchen der sie fordert und trotzdem Spaß macht.
Man sollte niemals um jeden Preis an den aktuellen Verhältnissen unbedingt festhalten, aus Angst vor dem Alleinsein oder der Ungewissheit, da zahlt am Ende nur einer die Rechnung nämlich wir selbst.

Google+ Autorin Claudia Sehl