LET´S TALK ABOUT Folge 20

Im Bett nichts los? Wie sag ich es meinem Partner?

Hier stellt sich natürlich zuerst die Frage, ob schon von Anfang an der Sex mäßig bis schlecht war bzw. nicht zu den eigenen Vorlieben gepasst hat oder sich der Sex bzgl. der Qualität und Quantität im Laufe der Beziehung langsam verschlechtert hat?

Oft ändern sich die Umstände im Leben, da entsteht beruflich bedingt eine Fernbeziehung oder es wird eine Familie gegründet, dadurch befindet sich die Sexualität des Paares dann erst einmal auf Sparflamme.

Die meisten Paare merken nicht einmal, dass ihre gemeinsame Sexualität auf der Strecke geblieben ist oder verdrängen den Wunsch danach erfolgreich.
Die Lust bleibt einfach bei Stress und Zeitmangel auf der Strecke.
Na ja, wenn beide Partner damit zufrieden sind, besteht ja kein Problem.
Wenn aber ein Partner irgendwann wieder mehr oder phantasiereicheren Sex möchte oder fordert, was dann?

Also noch einmal zurück zu den Paaren, die von Anfang an keinen guten Sex hatten.
Hier sollte es nie zu spät sein für den unzufriedenen Partner den anderen anzusprechen.
Man muss ja nicht sagen: „Also mein Schatz, der Sex mit dir in den letzten 8 Jahren war das Letzte“ und den Menschen den man liebt damit sehr in seinem Selbstverständnis verletzen.
Hier ist es sicherlich netter und auch erfolgreicher dem Partner liebevoll zu zeigen was man mag.

Wenn man sich bislang nicht artikuliert hat, sollte man dem Partner auch sagen, dass man bislang nicht den Mut hatte die eigenen sexuellen Wünsche auszusprechen und er deshalb ja zu Recht annehmen musste alles richtig zu machen.
Die Ursache für jahrelangen schlechten Sex, der nicht den eigenen Wünschen entspricht, liegt ja wie allerseits bekannt meistens in der mangelhaften oder fehlenden Kommunikation.
Also wie fängt man es an?

Vorschlag 1:
Man kann mit dem Partner zusammen durch die Innenstadt bummeln und dabei an einem Wäschegeschäft oder Erotikgeschäft am Schaufenster stehen bleiben.
Hier zeigt man dann Interesse an Dessous, erotischen Medien oder Toys und im Gespräch darüber lenkt man dezent den Blick auf die eigene Sexualität.

Vorschlag 2:
Man sagt dem Partner das man per Zufall im Internet oder in einer Zeitschrift auf das Thema Sexualität oder Sexstellungen gestolpert ist und es einen nun zum Nachdenken über die eigene Sexualität gebracht hätte.

Vorschlag 3:
Man erzählt dem Partner von einem vermeintlichen Gespräch mit einer ihm fremden Bekannten (man will ja nicht jemanden fälschlicher Weise outen) über deren Sexprobleme und lenkt das Gespräch dann dezent auf die eigene Sexualität.

Egal wie man vorgeht, es geht einfach darum den Anfang zu machen und das Gespräch über die eigene Sexualität wieder in Gang zu bringen.
Dabei sollte man dann aber auch die Gelegenheit nutzen dem anderen liebvoll aber unmissverständlich klar zu machen, dass man unzufrieden ist und was man sich wünscht.
Dafür muss man aber erst einmal wissen wie wichtig Sex für einen selbst ist und welche Art von Sex man sich wünscht, erst dann kann man diese auch mit dem Partner verwirklichen.

Google+ Autorin Claudia Sehl