LET´S TALK ABOUT 16

Monogamie oder offene Beziehung.

Die Diskussion ist so alt wie die Ehe als Institution selbst.

Auch 2012 ist es für viele Paare, verheiratet oder nicht, undenkbar einen „untreuen" Partner zu akzeptieren.
Wenn man von Untreue spricht, geht es dabei ausschließlich um die sexuelle Treue beider Partner.
Wie viele Männer und Frauen „heimlich fremdgehen" darüber herrscht bei den Statistiken keine wirklich verlässlichen Zahlen, aber da ist die Dunkelziffer wohl erheblich größer als angenommen.

Manche sprechen von 60 bis 70 % innerhalb einer langjährigen Beziehung.
Aber warum gehen die Männer und Frauen „fremd", hier geben viele „sexuelle Flaute" in der Beziehung als Anlass für das „Fremdgehen" an.
Dem steht gegenüber, dass nur 20 bis 30 % der Paare über ihre sexuellen Wünsche und die Qualität des Sexes an sich miteinander sprechen.
Zu groß ist bei den meisten die Angst den Partner zu verletzten oder durch die vermeintliche „Abartigkeit" der eigenen sexuellen Wünsche vom Partner verlassen oder „geächtet" zu werden.
Man liebt den Partner ja und das gemeinsame Leben, das will man auf keinen Fall aufs Spiel setzen.
Da ist man lieber bei einem so wichtigen Aspekt einer intakten Beziehung unehrlich oder sprachlos.
Um ja nicht die Harmonie zu stören ,schlittert man in eine vermeintlich sichere aber eintönige Langzeitbeziehung in der die Erotik zum langweiligen Pflichtprogramm verkommen ist, wenn sie überhaupt noch stattfindet.
Der ideale Nährboden dafür sich seine trotzdem existierenden sexuellen Wünsche woanders befriedigen zu lassen, halt heimlich.
Viele dieser „heimlichen Fremdgänger" entrüsten sich maßlos über Paare die in einer offenen Beziehung leben, weil Sie erkannt haben, dass sie eine sexuelle Ausschließlichkeit nicht leben können und wollen.
Sicher ist eine „offene Beziehung" keine Lösung für Beziehungsprobleme, dadurch rettet oder stabilisiert man sicher keine Beziehung.
Zur Öffnung einer Beziehung für sexuelle Kontakte von außen, gehört sicher vor allem eines, eine stabile glückliche Beziehung in der man seine emotionale Heimat gefunden hat.

Eine Beziehung die glücklich und erfüllend ist gefühlsmäßige wie auch sexuell und in der Ehrlichkeit an erster Stelle steht.
Wenn der Partner weiß, dass er immer an erster Stelle steht und seine Wünsche immer respektiert werden, kann er womöglich den Partner ab und zu ohne Eifersucht sexuell teilen.
"Swingern" ist sicher keine Lösung für Beziehungsprobleme und auch nicht für jeden geeignet.
Partner die ihre Verlustängste oder Minderwertigkeitsgefühle nicht überwinden können, sind sicher nicht in der Lage oder gewillt eine „Offene Beziehung" zu führen.
Das Leben in einer „Offenen Beziehung", die von beiden Partnern gewollt ist und die keiner von beiden dem Partner zuliebe „mitmacht", ist als Beziehungsmodell sicher in mancher Hinsicht ehrlicher als ständiges heimliches Fremdgehen.

Google+ Autorin Claudia Sehl